Jedes Jahr verdoppelt: meinMPP bringt das Dienstrad-Prinzip für iPhone und Laptop (#190)

Jedes Jahr verdoppelt: meinMPP bringt das Dienstrad-Prinzip für iPhone und Laptop (#190)

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Dominik Albers ist Geschäftsführer von meinMPP und zugleich der einzige Mitarbeiter. Das Mitarbeiter-PC-Programm überträgt das Dienstrad-Prinzip auf Smartphones, Tablets und Laptops: Beschäftigte bestellen Technik über ihren Arbeitgeber und zahlen sie per Entgeltumwandlung.

In einem aktuellen Angebot erhältst du ein paar Apple Air Pods 5 zum Start in Deinem Unternehmen.

Die ganze Folge gibt es auf YouTube, bei Spotify, Apple und allen anderen Playern

Von der Agentur zum eigenen Produkt

Dominik kommt aus dem E-Commerce. Mit zwei Kollegen gründete er eine Agentur, und über die kam 2018 ein Kunde ins Haus, der eine Leasinggesellschaft betrieb und ein Mitarbeiter-PC-Programm aufbauen wollte. Von ihm stammt auch der Markenname. Weil das Thema Benefits vor der Pandemie kaum jemanden interessierte, gab er auf, und die Agentur führte es weiter.

Schnell zeigte sich, dass ein eigenes Produkt nicht ins Geschäftsmodell einer Agentur passt, und Dominiks damalige Mitgesellschafter wollten das Projekt beenden. Er kaufte die Plattform heraus, suchte sich zwei neue Mitgesellschafter – einen aus dem Leasingbereich, einen aus dem Service – und startete im Januar 2022. Die übernommene Software war historisch gewachsen und irgendwann nicht mehr wartbar; 2024 folgte eine komplette Neuentwicklung mit einem externen Partner.

Was Mitarbeitende davon haben

Der Arbeitgeber führt das Programm ein, schließt einen Rahmenleasingvertrag und legt Budgets fest. Wer 250 Euro brutto im Monat umwandeln darf, kommt damit auf Hardware im Wert von rund 4.000 bis 5.000 Euro; die Ersparnis liegt je nach Einkommen und Steuerklasse bei bis zu 30 Prozent gegenüber dem Barkauf.

Beispiel-Hardware findest du im Shop von meinMPP.

Ein Unterschied zum Dienstrad ist Dominik wichtig: Beim Fahrrad werden Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge reduziert, beim Mitarbeiter-PC-Programm nur die Lohnsteuer. Für Beschäftigte ist das ein Vorteil, weil Rentenansprüche unberührt bleiben; Arbeitgeber sparen dafür keine Lohnnebenkosten. Gerechnet wird nicht mit der Preisempfehlung, sondern mit dem tatsächlichen Einkaufspreis – Rabatte aus einer Black Week kommen so bei den Mitarbeitenden an.

Die Marge kommt erst nach zwei Jahren

Das Geschäftsmodell verlangt Geduld. Apple macht 75 bis 80 Prozent des Bestellvolumens aus, und dort ist im Einkauf wenig zu holen – bei iPhones rund ein Prozent. Verdient wird am anderen Ende: Nach 24 Monaten endet der Vertrag, und die Mitarbeitenden können ihr Gerät zum Restwert übernehmen. Fast 90 Prozent tun das, rund 70 Prozent bestellen direkt neu.

„Und das Prinzip ist einfach immer vorne viel reinzuschieben, damit es natürlich hinten dann den warmen Geldregen gibt"

Das Bestellvolumen hat sich bisher im Schnitt jedes Jahr verdoppelt, für dieses Jahr plant Dominik mit mindestens 2,1 bis 2,4 Millionen Euro. Profitabel wird das Unternehmen in diesem Jahr zum ersten Mal.

Warum Messen nicht funktionieren und Partner schon

Der erste Kunde war ein Energiekonzern aus Baden-Württemberg, gewonnen über eine Ausschreibung gegen den Marktführer. Danach wurde es mühsam: Das Suchvolumen war beim Start verschwindend gering, Anzeigen konkurrierten mit den Budgets klassischer IT-Leasing-Anbieter.

„Ich bin kein Vertriebler, also ich musste jetzt Vertrieb lernen die letzten vier Jahre"

Kaltakquise brachte vor allem Absagen, Messen ein ernüchterndes Verhältnis: aus rund 100 Kontakten entstand etwa ein Abschluss, meist ein kleines Unternehmen. Dominik geht deshalb bewusst nicht mehr auf Messen, sondern baute ein Partnernetzwerk aus Benefit-Plattformen, Leasinggesellschaften und Distributoren auf. Über die Hälfte aller Anfragen kommt heute von dort, inzwischen melden sich Plattformen von sich aus.

„Wir wären heute nicht da, wo wir sind, ohne unser Partnernetzwerk."

Eine Person, viel Automatisierung, raus aus US-Tech

Dass all das mit einem einzigen Mitarbeiter läuft, liegt an konsequenter Automatisierung. Für Arbeitgeber bleibt wenig zu tun: Der Export für die Lohnbuchhaltung wird einmal konfiguriert, danach genügt es, neue Mitarbeitende freizuschalten und beim Austritt zu entfernen. Ein Kunde mit 200 Verträgen kalkuliert dafür eine halbe Stunde im Monat.

Die Plattform ist eine Eigenentwicklung auf Laravel, das Administrationspanel läuft mit Filament. KI kommt in der Entwicklung zum Einsatz, aber mit klarer Grenze: Es muss immer ein Mensch abnehmen, Vibe-Coding kommt beim Shopsystem nicht infrage. Parallel läuft der Abschied von US-Anbietern – Umami statt Google Analytics, Twenty statt HubSpot.

„Mein Ziel ist es bis spätestens Q1 2027 wirklich keine US-Tech mehr zu haben."

Dazu passt der Umgang mit Daten: Mitarbeitende registrieren sich selbst, Personallisten werden nicht hochgeladen, Gehaltsdaten liegen nur im Browser-Cache. Bei Banken als Kunden ist das ein Verkaufsargument.

Bootstrapping und die Kapitalfrage

Angebote gab es, unter anderem vom Family Office hinter dem größten Mitbewerber. Abgelehnt. Inzwischen denken die drei Gesellschafter anders darüber, denn der Engpass ist Dominik selbst. Ein erster eigener Entwickler kommt zum Jahreswechsel, der Backlog würde drei bis vier Leute beschäftigen. Für ein KI-Projekt zur Restwertbewertung kam die Forschungsförderung im zweiten Anlauf durch.

Was ich im Interview gelernt habe

Ein Provisionsmodell mit Restwert zwingt zur Vorfinanzierung. Wer vorne wenig Marge hat und erst nach zwei Jahren verdient, braucht Geduld und ein sauberes Verständnis der eigenen Zahlen.

Partnervertrieb kann Messen und Kaltakquise ersetzen. Entscheidend war, dass meinMPP technisch andocken kann, wo andere Anbieter nur Exporte liefern.

Automatisierung ist hier keine Kür, sondern Voraussetzung. Ohne Zero Admin auf Arbeitgeberseite wäre ein Ein-Personen-Unternehmen in diesem Markt nicht denkbar.

Learnings für Gründer

  • Vermeide Abhängigkeiten von einzelnen Partnern – mehrere Leasinggesellschaften und Distributoren sichern den Betrieb.
  • Rechne das Verhältnis von Messekontakten zu Abschlüssen nach, bevor du den nächsten Stand buchst.
  • Suche Partner, deren Vertrieb ohnehin bei deiner Zielgruppe sitzt, statt selbst eine Vertriebsmannschaft aufzubauen.
  • Mach das Onboarding kurz, wenn dein Thema in der Zielorganisation schnell aus dem Fokus rutscht.
  • Speichere nur Daten, die du zur Vertragserfüllung brauchst – in sensiblen Branchen ist das ein Verkaufsargument.
  • Hol dir Hilfe bei Förderanträgen und rechne mit mehr als einem Anlauf.

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Ich bootstrappe übrigens mein eigenes Unternehmen "We Manage", welches Start-Ups und Unternehmen bei Cloud, DevOps und dem nachhaltigen Betrieb von Web Applikationen hilft - buch dir gerne jetzt ein Termin.

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