Jannik Lindner: Vom Affiliate-Imperium zu KI-SaaS mit rawshot.ai und careertrainer.ai (#168)

Jannik Lindner: Vom Affiliate-Imperium zu KI-SaaS mit rawshot.ai und careertrainer.ai (#168)

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Jannik Lindner aus Österreich hat schon mehr ausprobiert als die meisten. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Flo und Alex baute er unter der Global Commerce Media GmbH ein Affiliate-Netzwerk mit sechsstelligen Monatsumsätzen auf. OMR berichtete darüber. Amazon holte sie als Beta-Partner ins On-Site Publishing Programm. Und dann kam ein Kaufangebot – das sie ablehnten.

Das Cashpolster floss in eine Meeting-Software namens ZipDo. Keine einzige Lizenz wurde verkauft. In Folge 168 von Happy Bootstrapping erzählt Jannik, was er daraus gelernt hat – und wie er heute mit rawshot.ai und careertrainer.ai neu gestartet ist.

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Der Aufstieg – und warum er nicht ewig hält

Was die Global Commerce Media GmbH in ihren besten Jahren aufgebaut hatte, war beeindruckend: Domains wie Supplementbibel.de oder Luftking.de rankten für Tausende Keywords, ein Tech-Team in El Salvador, bis zu 15 Festangestellte und nochmal so viele Freelancer. Der Umsatz lag zeitweise zwischen 200.000 und 250.000 Euro im Monat.

„Wir wussten eigentlich schon relativ früh, dass das ein sterbender Bereich ist. Das wussten wir, bevor es in der breiten Masse ankam."

Trotzdem lehnten sie ein Kaufangebot ab. Der Grund war weniger strategisch als ehrlich: Jannik wusste schlicht nicht, was er danach machen sollte. Stattdessen steckten sie den Cashpuffer in ZipDo – eine Software für strukturierte Meeting-Agendas. Die Idee war gut. Der Markt wollte sie nicht. Nach monatelanger Entwicklung und keiner einzigen verkauften Lizenz zogen sie die Reißleine.

rawshot.ai: KI-Produktfotos ohne Prompten

Der Neustart begann mit einer simplen Erkenntnis: kein generisches Produkt mehr, sondern ein klares Vertical. Jannik und seine Mitgründer Flo und Alex entschieden sich für Fashion und E-Commerce – einen Bereich mit hohem Bildbedarf und klaren Schmerzpunkten.

rawshot.ai generiert KI-Produktfotos für Online-Shops und Fashion-Brands. Konsistente Models über hunderte Bilder, kein Prompt-Feld, skalierbar von zehn bis zehntausend Produkten. Ende Januar gestartet, nach weniger als zwei Monaten rund 100 zahlende Kunden bei über 3.000 registrierten Nutzern. Preise ab 9 Dollar im Monat.

„Pricing bei AI-Produkten ist einfach mega schwierig. Leute laden das komplizierteste Schmuckstück hoch – und nehmen das als Benchmark."

Das Wachstum läuft ausschließlich über SEO und Sichtbarkeit in ChatGPT und anderen KI-Suchen. Kein Paid Marketing, kein Outbound. Jannik nutzt dasselbe technische Playbook, das er aus Jahren Affiliate-SEO kennt – diesmal auf ein eigenes Produkt angewendet.

careertrainer.ai: Schwierige Gespräche üben, bevor sie zählen

Parallel dazu baut Jannik mit seinem zweiten Mitgründer Markus careertrainer.ai – eine audiobasierte Plattform für KI-Rollenspiele. Führungskräfte üben Kritikgespräche. Vertriebsmitarbeiter trainieren Cold Calls. Ein separates LLM bewertet am Ende, wie gut die gesteckten Gesprächsziele erreicht wurden.

Große Firmen meldeten sich früh – bevor das Produkt fertig war. Heute wächst careertrainer.ai vor allem über White-Label-Partner: Beratungsunternehmen aus der Organisationsentwicklung, die Führungskräfteseminare für Konzerne anbieten und die Technologie unter eigenem Namen einsetzen.

„Anscheinend ist es ein Riesenthema – ich kriege es immer nur in den Sales Calls mit."

Was Jannik heute anders macht

Solopreneur wollte Jannik werden. Er merkte schnell, dass es ihm nicht liegt. Heute schätzt er die unterschiedlichen Denkweisen im Team – Flo als technischer Tiefendenker, Alex als Systematiker für Prompt-Strecken, Markus als Entwickler bei careertrainer.ai. Gleichzeitig versucht er, Prozesse so aufzusetzen, dass KI einen Großteil der Routinearbeit übernimmt.

Was ihn antreibt, ist nicht der Exit. Nicht die Vollzeitstelle als Gründer. Sondern das Gefühl, an Produkten zu arbeiten, die wirklich genutzt werden.

5 Learnings für Gründer aus Folge 168:

  • Kein generisches Produkt – ein klares Vertical ist der entscheidende Unterschied zu ZipDo
  • SEO-Kompetenz ist übertragbar: Was für Affiliate-Seiten funktioniert, funktioniert auch für SaaS-Landing-Pages
  • ChatGPT-Sichtbarkeit ist kein Zufall – sie lässt sich gezielt aufbauen, bevor Google kommt
  • White-Label-Partner können ein stärkerer Wachstumshebel sein als Direktvertrieb
  • Passives Einkommen ist ein Gerücht – auch mit sechsstelligen Monatsumsätzen

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Andreas Lehr