
Fabio Mätzler gründete die cohaga AG nach einem zufälligen Auftrag während seines Studiums. Was als simple Excel-Liste mit Adressen von Altersheimen begann, entwickelte sich zu einem profitablen Unternehmen mit 33 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,8 Millionen Schweizer Franken.
Von der studentischen Idee zum skalierbaren Geschäftsmodell
"Ich habe das erste Mal nicht proaktiv die Idee gesucht, sondern die Idee kam quasi zu mir", erinnert sich Fabio an den Beginn. Als Student der Universität Basel startete er 2015 mit einem Umsatz von 65.000 Franken. Nach der offiziellen Gründung der cohaga AG im April 2020 verzehnfachte sich der Umsatz auf 430.000 Franken. In den Folgejahren wuchs das Unternehmen kontinuierlich: 2021 auf 890.000 Franken, 2022 auf 1,1 Millionen und 2023 auf 1,25 Millionen. Für 2024 wird ein Wachstum von 35% auf 1,8 Millionen Franken prognostiziert.
Qualität durch Handarbeit und technologische Innovation
Das Kerngeschäft von cohaga ist die manuelle Erfassung und Verifizierung von Firmenadressen. Aktuell verfügt das Unternehmen über 172.000 Ansprechpersonen von 125.000 Schweizer Firmen. Ein Team von zwölf Praktikanten recherchiert die Daten händisch, was für eine überdurchschnittliche Qualität sorgt. Um das Geschäftsmodell zu skalieren, investiert cohaga nun stark in die Technologie: Ein vierköpfiges Data-Science-Team entwickelt einen KI-gestützten Web-Scraper, der die manuelle Arbeit teilweise automatisieren soll.
"Bei uns ist es wirklich extrem wichtig, dass wir 100% transparent sind. Jeder einzelne Eintrag ist komplett nachvollziehbar, wann und wo er gesammelt wurde", betont Fabio den hohen Qualitätsanspruch.
Marketing und Herausforderungen
Die Kundengewinnung erfolgt über verschiedene Kanäle: klassischer Outbound-Vertrieb mit eigenen Adresslisten, SEA mit monatlich 15.000 Franken Budget für Google, Meta und LinkedIn Ads, sowie aktives Networking auf regionalen Events. Eine besondere Herausforderung stellt der Übergang vom einmaligen Adressverkauf zu einem Subscription-Modell dar. Hierfür plant cohaga eine erste Finanzierungsrunde mit einer Pre-Money-Bewertung von 10 Millionen Franken.
Die wichtigsten Learnings aus Fabios Gründererfahrung:
- Nicht zu viel Zeit in administrative Aufwände wie Firmengründung und Markenschutz investieren, bevor das Geschäftsmodell validiert ist
- Auf echte Marktnachfrage reagieren statt theoretische Geschäftsmodelle zu entwickeln
- Klein starten und basierend auf Kundenfeedback iterativ wachsen
- Persönliche Entwicklung als Unternehmer ist wichtig - von der anfänglichen Schüchternheit zur aktiven Kundenansprache
"Man muss wirklich einfach schauen, was gefragt ist. Nicht zu weit überlegen, sondern wirklich entweder auf Nachfrage reagieren oder aus dem täglichen Leben Verbesserungen ableiten", fasst Fabio seine Erfahrungen zusammen.
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