No Callcenter: Wie Colpari den Kundenservice neu erfindet

No Callcenter: Wie Colpari den Kundenservice neu erfindet

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Oliver Farr, Mitgründer von Colpari, hat zusammen mit seinen Co-Foundern ein innovatives Modell entwickelt, das klassische Callcenter überflüssig machen soll. Das 2019 gegründete Startup setzt dabei auf weltweite Freelancer und ein flexibles Pay-per-use-Modell ohne lange Vertragsbindungen.

Von der Idee zum skalierbaren Geschäftsmodell

Nach Erfahrungen bei Wirecard und einem Startup erkannte Oliver den Bedarf für einen anderen Ansatz im Kundenservice: "Wir haben festgestellt, wie schwierig es ist, Kundenservice aufzubauen, wenn man nicht 100.000 Ressourcen hat in Form von Menschen und Geld."

Das Geschäftsmodell basiert auf einem Minutenpreis ab 77 Cent, ohne Fixkosten oder lange Vertragsbindungen. Mit mittlerweile 70 Freelancern (in Spitzenzeiten bis zu 170) bedient Colpari Kunden wie Grover in 17 verschiedenen Sprachen. Dabei setzt das Unternehmen auf native Speaker und strenge Qualitätskontrollen.

"Wir bezahlen nicht in irgendeiner Art und Weise weniger. Wir sind der fairste Anbieter. Es gibt auch niemanden, der besser bezahlt als wir in der Branche."

Marketing und Herausforderungen

Die größte Herausforderung liegt im Marketing, da klassische Performance-Marketing-Ansätze nicht funktionieren. Stattdessen setzt Colpari auf Content-Marketing und direkte Ansprache von Unternehmen, die Kundenservice-Stellen ausschreiben. Der Verlust eines großen Kunden führte zu einer strategischen Neuausrichtung mit stärkerem Fokus auf mittelgroße Unternehmen zwischen 50-150 Mitarbeitern.

"Die, die nach Callcenter suchen, das sind nicht unsere Kunden. Die suchen dann halt wirklich nach einem Callcenter. Wir wollen Leute, die sagen, ich habe hier einen Kundenstamm, der ist mir wichtig."

Das Bootstrapping ermöglicht es dem Team, ihre Vision ohne externe Zwänge zu verfolgen. Ein früher Versuch, Investoren zu gewinnen, scheiterte an unterschiedlichen Vorstellungen über die Entwicklung des Unternehmens.

Die wichtigsten Learnings von Oliver:

  • Bootstrapping ermöglicht es, die eigene Vision ohne externe Zwänge zu verfolgen
  • Transparenz und faire Bezahlung sind Schlüssel zur Gewinnung guter Freelancer
  • Der direkte Kontakt zwischen Kunden und Service-Mitarbeitern ist essentiell
  • Agile Arbeitsweise und flache Hierarchien funktionieren auch im Kundenservice
  • Marketing muss sich vom klassischen Callcenter-Image abgrenzen

Das Beispiel Colpari zeigt, wie man auch in einer etablierten Branche mit innovativen Ansätzen und konsequentem Bootstrapping erfolgreich sein kann. Der Fokus auf Fairness, Transparenz und Qualität ermöglicht es dem Unternehmen, sich vom klassischen Callcenter-Modell abzuheben.

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Andreas Lehr