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# MARO: Wie zwei 20-Jährige eine 5.000€ Siebträgermaschine bootstrappen (#140)
- URL: https://happy-bootstrapping.de/podcast/maro-wie-zwei-20-jahrige-eine-5-000eu-siebtragermaschine-bootstrappen/
- Published: 2025-09-29T07:32:38.000Z
- Updated: 2025-11-20T15:18:01.000Z
- Author: Andreas Lehr
- Tags: newsletter, podcast, ecommerce, hardware

**Max Grimm und Robin Kuprat waren 20, als sie anfingen, Siebträgermaschinen auseinanderzuschrauben. Heute verkauft** [**ihre Firma MARO**](https://maro.coffee/?ref=happy-bootstrapping.de) **das** [**Model 1 für 4.999 Euro**](https://maro.coffee/products/maro-model-1?ref=happy-bootstrapping.de) **– mit IoT-Anbindung, Software-Updates und 430 Einzelteilen. Knapp 400 Maschinen später sind sie siebenstellig im Umsatz und immer noch gebootstrapped.**

**Die komplette Story jetzt in Podcast Folge 140 anhören:**  
[Folge bei Spotify](http://btstrp.de/folge-140s?ref=happy-bootstrapping.de), [Apple](http://btstrp.de/folge-140a?ref=happy-bootstrapping.de) oder [allen anderen Playern](https://btstrp.de/folge-140?ref=happy-bootstrapping.de) anhören.

## Die Gründungsgeschichte: Von der defekten Sage zur eigenen Technologie

"Ich kam ja auch gar nicht auf die Idee, Hardware-Startup zu machen", erinnert sich Max. Die Story begann auf dem Musikinternat, wo sein Zimmernachbar ihn jeden Morgen mit einer Kaffeemühle weckte. Max' Recherche zu Mahlgraden führte ihn zu Siebträgermaschinen – und zur Erkenntnis: "Bei jeder steht eigentlich das gleiche drin."

Nach sechs Monaten erfolglosem Espresso-Experimentieren mit einer Sage-Maschine ("20, 25 Kilo Kaffee verjuckelt") kaufte er eine defekte Maschine. Der Anruf bei Robin, seinem Bastelkumpel, änderte alles: 

> "Du weißt es nicht, ich weiß es nicht, lass es uns zusammen nicht wissen."

Innerhalb von zehn Tagen lief der erste PID-Regler. Aus der offenen Espressomaschine führten 40 Kabel auf ein halbes Quadratmeter Holzbrett. "Die Netzstecker musstest du in richtiger Reihenfolge in die Steckdosen stecken, dann die USB-Kabel in der richtigen Reihenfolge in den Laptop."

## Das Geschäftsmodell: Premium-Hardware mit Software-Soul

Das MARO Model 1 kostet 4.999 Euro (weiß) bzw. 5.199 Euro (schwarz):

- 430 Einzelteile pro Maschine
- IoT-Anbindung für Remote-Service
- Software-Updates "over the air"
- Drei UI-Modi für verschiedene Nutzertypen
- 37% der Kunden nutzen den Anfänger-Modus

![](https://happy-bootstrapping.de/content/images/2025/09/image-10.png)

"Wenn von 430 Teilen nur 429 da sind, baust du halt leider null Maschinen", erklärt Max die Hardware-Herausforderung. Die ersten 40 Maschinen verkauften sie defizitär, seitdem machen sie Marge – "dass wir das geschafft haben, da bin ich sehr stolz drauf."

## Support und Vertrieb: WhatsApp statt Händlernetz

Der Support läuft hauptsächlich über WhatsApp Business: "Eine Sprachnachricht ist mir doch egal. Wenn der Kunde Sprachnachricht schicken will, schickt er mir Sprachnachrichten." Max' private Handynummer stand anfangs sogar bei Google.

Händler gibt es bewusst kaum: "Die Margen, die abgerufen werden von den Händlern, sind teilweise einfach viel höher als die Marge, die ich überhaupt mache." Stattdessen setzen sie auf:

- Live-Demos im neuen Showroom in Suhl
- Pop-up Events deutschlandweit
- Direktvertrieb mit intensiver Beratung
- Ein Händler in der Schweiz (wegen Zoll)

## Der Weg zur Produktion: Vom Musikinternat zur Elektronikfirma

Der Durchbruch kam durch Zufall: Ein Unternehmer mit Elektronikfirma stellte ihnen eine Werkstatt zur Verfügung. 

> "Das ist ein Schleifbock, das ist eine CNC-Fräse und den Rest hat Chef gesagt, dürft ihr jetzt einfach nutzen."

Robin und Max arbeiteten teilweise von 5:30 bis 23:30 Uhr, führten acht Monate Grundlagenforschung in Thermodynamik durch. Die Corona-Zeit zwang sie zu Industrie-Komponenten: "Teilweise echt teuer, aber eben verfügbar."

![](https://happy-bootstrapping.de/content/images/2025/09/image-11.png)

**Max' Learnings aus vier Jahren Hardware-Bootstrapping:**

- "Wenn man mit dem ganzen fuck around and find out anfängt, muss man auch durchziehen"
- Keine Rabatte – "Wir müssen diese Leute bezahlen"
- Direct-to-Consumer ist der einzige skalierbare Weg
- Support-Exzellenz schafft Vertrauen bei 5.000€-Produkten
- Mit 24 kann man auch Hardware bauen

"Der Grund hinter MARO ist, etwas zu schaffen aus eigener Kraft", sagt Max über Investment-Angebote. Mit mittlerweile sechs Festangestellten und drei bis vier Wochen Lieferzeit wachsen sie organisch weiter.

## Was ich als Interviewer gelernt habe

Interessant fand ich in dieser Folge die Kombination aus jugendlicher Naivität ("fuck around and find out") und professioneller Umsetzung. 

Die WhatsApp-Support-Story zeigt, wie aus einer Not (private Nummer bei Google) eine Tugend werden kann. Max' Transparenz über Margen-Challenges bei Hardware hat mir gefallen – "eigentlich bin ich froh, dass wir überhaupt Marge machen." 

Seine Aussage "Bootstrapping ist eher ein moralisches Qualitätssiegel" zeigt eine reflektierte Sicht auf das Thema. Und dass zwei 20-Jährige eine IoT-fähige Siebträgermaschine bauen, während größere Firmen noch mit mechanischen Lösungen arbeiten, macht Mut für andere junge Gründer.

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Ich bootstrappe übrigens mein [eigenes Unternehmen "We Manage"](https://we-manage.de/?ref=happy-bootstrapping.de), welches **Start-Ups und Unternehmen bei Cloud, DevOps und dem nachhaltigen Betrieb von Web Applikationen** hilft - [buch dir gerne jetzt ein Termin](https://cal.com/we-manage/30min?ref=happy-bootstrapping.de).