> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://happy-bootstrapping.de/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Agentur Okeano bootstrapped SaaS "pylo" auf 10.000 Euro MRR (#188)
- URL: https://happy-bootstrapping.de/podcast/agentur-okeano-bootstrapped-saas-pylo-auf-10-000-euro-mrr-188/
- Published: 2026-09-14T12:45:15.000Z
- Updated: 2026-09-14T12:45:15.000Z
- Author: Andreas Lehr
- Tags: newsletter, podcast, saas

**Leon Schubert ist Geschäftsführer der** [**Okeano GmbH in Lippstadt**](https://okeano.de/?ref=happy-bootstrapping.de)**. Sieben Leute, davon fünf Entwickler, seit rund fünf Jahren Software für Kunden: E-Commerce, Apps, Prozessautomatisierung.** 
**Seit anderthalb Jahren verkaufen sie zusätzlich ein eigenes Produkt –** [**Pylo, eine Backend-Plattform**](https://pyloapp.com/?ref=happy-bootstrapping.de)**, auf der inzwischen ein Dutzend Firmen arbeitet.**

Du kannst die Folge bei [Spotify](https://btstrp.de/folge-188s?ref=happy-bootstrapping.de), [Apple Podcasts](https://btstrp.de/folge-188a?ref=happy-bootstrapping.de) und [überall sonst](https://btstrp.de/folge-188?ref=happy-bootstrapping.de) hören oder auf [YouTube](https://btstrp.de/folge-188y?ref=happy-bootstrapping.de) schauen.

## Aus 20, 30, 40 Projekten wurde ein Produkt

Der Auslöser war kein Geistesblitz, sondern ein Muster, das irgendwann nicht mehr zu übersehen war. Leon beschreibt es so: Sie bauen für viele Kunden sehr, sehr ähnliche Sachen auf. Immer wieder Datenmodelle, Nutzerverwaltung, Rechte, Prozesse, Schnittstellen. Nach zwanzig, dreißig, vierzig Projekten kannten sie die wiederkehrenden Teile gut genug, um sie herauszulösen.

Zuerst entstanden interne Toolkits, daraus wurde die Plattform. Was Leon rückblickend als teuersten Fehler bezeichnet, ist keine falsche Entscheidung, sondern eine ausgebliebene: Sie hätten früher verallgemeinern können. Stattdessen band ein einziges sehr großes Kundenprojekt sie über ein bis zwei Jahre.

![](https://happy-bootstrapping.de/content/images/2026/09/image-2.png)

Was das heute bringt, zeigt ein Beispiel. Für einen Optik- und Akustikverbund haben sie eine App gebaut, mit der Regionalleiter ihre Filialbesuche dokumentieren. Auf Pylo brauchten sie dafür etwa ein Drittel der sonst nötigen Zeit.

## Was Pylo eigentlich ist

Leon nennt es ein Betriebssystem für das eigene Unternehmen. Technisch ist es eine Backend-as-a-Service-Plattform: Datenhaltung, Rechteverwaltung, APIs, dazu ein Flow-Builder und ein Formular-Modul. Die Vorbilder liegen in verschiedenen Ecken – Firebase und Supabase beim Backend, n8n und Zapier bei den Flows, Tally bei den Formularen.

Der Unterschied zu klassischer Standardsoftware liegt in der Haltung dahinter.

> „Unsere Grundannahme ist, wir wissen nicht, wie das beste System für ein bestimmtes Unternehmen aussieht, deswegen wollen wir unser System möglichst flexibel halten."

Kunden nutzen das sehr unterschiedlich. Etwa die Hälfte setzt Pylo für einzelne Anwendungsfälle ein, die andere Hälfte als führendes System. Bei manchen laufen Millionen Datensätze darüber, insgesamt arbeitet eine vierstellige Zahl von Menschen damit.

Unter der Haube läuft PHP mit Laravel, eine angepasste Postgres-Version, eine separate Datenbank für Event-Daten und ein Flow-Service in TypeScript. Die Oberfläche ist Next.js, die Schnittstellen sind GraphQL. Bemerkenswerter als die Auswahl ist eine Selbstbeschränkung:

> „Wir greifen selber nicht auf die Datenbank zu, wenn wir ein neues Feature bauen."

Das eigene Team nutzt dieselben öffentlichen APIs wie jeder Kunde. Es gibt keine internen Abkürzungen, keine zweite Ebene.

## Bezahlt wird nach Nutzung, nicht pro Kopf

Beim Preismodell hat Okeano sich bewusst gegen den Standard entschieden. Kein Preis pro Nutzer, keine künstlich beschnittenen Feature-Stufen. Abgerechnet wird nach dem, was tatsächlich anfällt: Datenmenge, Speicher, ausgeführte Prozessschritte. Der Grundpreis ist niedrig.

![](https://happy-bootstrapping.de/content/images/2026/09/image-3.png)

Der Gedanke dahinter: Seat-Preise bestrafen genau die Kunden, die ein System breit ausrollen – und das ist der Fall, in dem Pylo am meisten Wert stiftet.

![](https://happy-bootstrapping.de/content/images/2026/09/image-4.png)

## Marketing für ein erklärungsbedürftiges Produkt

Pylo hat drei Zielgruppen: Agenturen, interne Entwicklungsteams und IT-Entscheider. Für die Entscheider läuft LinkedIn, für Entwickler und Agenturen eher YouTube und Fachinhalte. Kaltakquise gibt es nicht. Agenturen sind dabei ein Sonderfall, weil sie zugleich Wettbewerber und Vertriebskanal sein können – Leon sieht sie klar als Zweites.

Der häufigste Einwand hat sich zuletzt verschoben. Früher war es die Komplexität, heute der Satz, man könne sich das mit KI selbst bauen. Leons Antwort zielt nicht auf die Codegenerierung, sondern auf das, was danach kommt: Ein Agent arbeitet besser mit Daten, die bereits sauber strukturiert vorliegen. Dafür ist der neue MCP-Server gedacht.

## Warum das Agenturgeschäft der bessere Investor ist

Rund 80 Prozent des Umsatzes kommen weiterhin aus der Dienstleistung, etwa 10.000 Euro monatlich wiederkehrend aus Pylo. Das Team teilt seine Zeit etwa im Verhältnis 60 zu 40 auf, zugunsten des Produkts. Die Umsatzverteilung hinkt also hinterher – und das ist Absicht.

Angebote von Investoren gab es. Länger nachgedacht hat Leon über keins.

> „Unser Ziel ist wirklich, die beste Software in diesem Bereich zu bauen. Und wir glauben, dass Bootstrapping vielleicht der langsamere und härtere Weg ist, aber der erfolgversprechendere."

Sein Argument gegen Wagniskapital ist kein prinzipielles, sondern ein praktisches: Bei VC-finanzierten Produkten entstehe oft nicht das beste Produkt, sondern das, das am schnellsten profitabel wird. Ohne diesen Druck kann Okeano so lange in der geschlossenen Beta bleiben, wie es dem Produkt guttut.

Auch die Teamgröße ist bewusst gewählt. Sieben Leute sind eine Größe, mit der sie sich wohlfühlen; personelles Wachstum ist kein Ziel für sich. In Lippstadt hat das einen Nebeneffekt, den Leon mit einem Augenzwinkern beschreibt:

> „Es gibt natürlich gute Entwickler in Lippstadt, aber die arbeiten alle schon bei uns."

## Was ich im Interview gelernt habe

Ein Produkt entsteht selten aus einer Idee, sondern aus einem Muster, das man oft genug gesehen hat. Okeano hat zwanzig bis vierzig Mal fast dasselbe gebaut, bevor daraus etwas Eigenes wurde.

Dienstleistung und Produkt schließen sich nicht aus. Das Agenturgeschäft ist hier kein Übergangszustand, sondern die Finanzierung – mit dem Vorteil, dass niemand von außen das Tempo vorgibt.

Konsequenz schlägt Bequemlichkeit. Dass das eigene Team keine Sonderrechte an der Datenbank hat, kostet kurzfristig Geschwindigkeit und sichert langfristig, dass die öffentliche Schnittstelle wirklich taugt.

## Learnings für Gründer

- Achte auf Wiederholungen im Kundengeschäft. Was du zum dritten Mal ähnlich baust, ist ein Produktkandidat.
- Verallgemeinere früher, als es sich richtig anfühlt. Leons teuerster Fehler war das Warten, nicht das Handeln.
- Prüfe dein Preismodell auf eingebaute Strafen. Seat-Preise bremsen genau die Kunden, die am meisten von dir profitieren.
- Nutze bestehende Erlöse als Kapital. Ein laufendes Dienstleistungsgeschäft finanziert Produktentwicklung ohne Verwässerung und ohne fremdes Tempo.
- Behandle dich selbst wie einen Kunden. Wer intern dieselben Schnittstellen nutzt wie außen, merkt Schwächen zuerst.

---

Schreib mir Feedback und Fragen gerne [per E-Mail](https://happy-bootstrapping.de/kontakt/) oder [über LinkedIn](https://www.linkedin.com/in/andreaslehr/?ref=happy-bootstrapping.de).  
Es würde mich sehr freuen, **wenn du den Podcast kurz bewertest oder den Newsletter dazu einfach weiterempfiehlst** \- vielen Dank!

---

Ich bootstrappe übrigens mein [eigenes Unternehmen "We Manage"](https://we-manage.de/?ref=happy-bootstrapping.de), welches **Start-Ups und Unternehmen bei Cloud, DevOps und dem nachhaltigen Betrieb von Web Applikationen** hilft - [buch dir gerne jetzt ein Termin](https://cal.com/we-manage/30min?ref=happy-bootstrapping.de).